FarmStarter Hamburg
​Gemeinsam Agrarlandschaft gestalten

Das Forschungsprojekt FarmStarter Hamburg wird gefördert von der Hamburger Behörde für Umwelt, Klimaschutz, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA). Die Kulturland eG ist einer von vier Projektpartnern.

Warum dieses Projekt?

In Hamburgs Umland und insbesondere in den Vier- und Marschlanden – dem historischen Zentrum des städtischen Gartenbaus – vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel. Die Zahl der gartenbaulichen Betriebe hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verringert: Waren es vor 15 Jahren noch etwa 500 Betriebe, wurden im Jahr 2023 nur noch rund 257 Betriebe gezählt, also rund 50 % weniger – und diese Tendenz droht sich fortzusetzen. Denn bei der letzten Landwirtschaftszählung 2020 gaben rund 90 % der befragten Gartenbaubetriebe mit einer Betriebsleitung über 55 Jahren an, noch keine oder nur eine ungewisse Hofnachfolge zu haben. 

Wenn Betriebe aufhören, geht mehr verloren als einzelne Höfe: Es verschwinden Arbeitsplätze, Wissen, gewachsene Infrastrukturen und ein Stück vom Leben aus den Dörfern. Und auch die Möglichkeit, die Stadt mit frischen, regionalen Lebensmitteln zu versorgen, geht immer weiter zurück. Gleichzeitig wächst das Interesse junger Menschen an einer Tätigkeit in der Landwirtschaft – doch es fehlt an Strukturen, die einen Einstieg realistisch machen.



Die Stadt Hamburg hat die Dringlichkeit erkannt und das Ziel formuliert, Hamburg zu einer „Modellregion für die Transformation der urbanen Agrarwirtschaft" zu entwickeln. Die Schaffung von Zukunftsperspektiven für junge Unternehmerïnnen und die Sicherung von Hofnachfolgen sind dabei zentrale Anliegen. Genau hier setzt FarmStarter Hamburg an.

Die fünf Handlungsfelder

Fehlende Hofnachfolge ist kein isoliertes Problem – sie hängt mit Fragen von Finanzierung, Zugang zu Land, passenden Geschäftsmodellen, Beratungsangeboten und geeigneten Strukturen zusammen. FarmStarter geht deshalb bewusst ganzheitlich vor und arbeitet in fünf eng miteinander verzahnten Handlungsfeldern:

Forschung, die mit den Menschen vor Ort entsteht

FarmStarter ist kein Projekt, das über die Region forscht – sondern mit ihr. Gemeinsam mit Betrieben, Flächeneigentümerïnnen, Gründungsinteressierten und Institutionen werden konkrete Lösungen erarbeitet und unter realen Bedingungen erprobt.

Ziel des Forschungsprojektes ist (in einer möglichen Fortsetzung) die Einrichtung eines Reallabors, in dem Übernahme- und Einstiegsmodelle praktisch getestet werden. Die Erkenntnisse fließen dann in die Entwicklung eines „Hamburger Modells" ein – ein übertragbares Konzept, das auch für andere Metropolregionen als Vorbild dienen kann.

Unsere Rolle als Kulturland eG

Als Kulturland eG bringen wir unsere langjährige Erfahrung als gemeinwohlorientierter Bodenträger in das Projekt ein. Neben der Sicherung von Land für ökologisch wirtschaftende Betrieb sind wir seit vielen Jahren in der Begleitung von außerfamiliären Hofübergaben aktiv. Wir erarbeiten mit allen Beteiligten – abgebenden Landwirten, Nachfolgerinnen und ihren Familien – maßgeschneiderte Lösungen, die wirtschaftlich tragfähig und menschlich stimmig sind. 

Durch die Überführung von Grund und Boden in Gemeinschaftseigentum ermöglichen wir langfristige Pacht statt Kauf für die Hofnachfolger. Gründerïnnen können so ihr Eigenkapital gezielt für Inventar, Gebäude und den Betriebsaufbau einsetzen, anstatt es in den Bodenkauf zu stecken. Mehr dazu auf unserer Seite Hofübergabe und Existenzgründung und unter Junge Leute in die Landwirtschaft.

Im Rahmen des FarmStarter-Projekts wollen wir Wege erkunden, wie außerfamiliäre Hofübergaben nicht Einzelfälle bleiben, sondern skaliert und zum Modell für die Region werden können. Auf welche Herausforderungen treffen Menschen in der urbanen Landwirtschaft? Wir schaffen Lösungen für den Hamburger Metropolregion und hoffen diese auf weitere deutsche Metropolen übertragen zu können.

Du hast Interesse am Projekt und möchtest Dich einbringen?

Wir freuen uns über jede Form der Beteiligung – ob als Betrieb, als Gründungsinteressierte oder als Unterstützerïn. Schreib uns an farmstarter@kulturland.de oder sieh nach, ob eine der folgenden Fragen auf Dich zutrifft:

Anstehende Termine

FarmStarter Hamburg Webinar Montag, 23. März 2026

In einer Online-Projektpräsentation informieren wir Dich über Ziele und Beteiligungsmöglichkeiten des Projekts, stellen Dir die Forschungsinhalte vor und wollen uns über Möglichkeiten der Zusammenarbeit austauschen.

Du hast an diesem Tag die Wahl zwischen zwei inhaltlich identischen Terminen:

10:00 - 11:30 Uhr: https://fh-swf.zoom-x.de/j/67895976759
18:30 - 20:00 Uhr: https://fh-swf.zoom-x.de/j/65129145560

Weitere Termine werden hier laufend ergänzt.​

Die vier Projektpartner​

Die Kulturland-Genossenschaft verfügt als gemeinwohlorientierter Bodenträger über langjährige Erfahrungen mit alternativen Eigentums- und Finanzierungsformen für landwirtschaftliche Flächen und Gebäude.

Die Fachhochschule Südwestfalen (www.fh-swf.de), Fachbereich Agrarwirtschaft in Soest, hat die wissenschaftliche Leitung, koordiniert Interviews und erarbeitet tragfähige Strategien der Betriebsentwicklung.

Die Agrarsoziale Gesellschaft e.V. (www.asg-goe.de) setzt sich für die Verbesserung der Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen und in der Landwirtschaft ein und wird insbesondere den Aspekt der Umnutzung von Hofstellen bearbeiten.

Die Forschungsgesellschaft Agronauten e. V. (www.agronauten.net) ist europaweit mit innovativen Projekten für lokale Ernährungskultur und kommunale Agrarpolitik vernetzt und bringt das Konzept der „Farm-Inkubatoren“ in das Projekt ein.

​FarmStarter Hamburg wird gefördert von der Hamburger Behörde für Umwelt, Klimaschutz, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA). Projektlaufzeit: Januar 2026 – Dezember 2026.

Kontakt zum Projekt

farmstarter[at]kulturland.de