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Arche-Wilhelminenhof

Wir sichern 5,77 Hektar Land für unseren Hof
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Auf den insgesamt 53 Hektar Bewirtschaftungsflächen der Arche-Wilhelminenhof bauen wir in einer umfangreichen Fruchtfolge Obst, Gemüse und Getreide an. Wir halten 14 Mutterkühe (Angler Rotvieh und Hinterwälder), 45 Schafe (u.a. weiße gehörnte Heidschnucke), 15 Thüringer Waldziegen, 10 Sauen (Buntes Bentheimer Schwein, Sattelschein, Leicoma und Deckbern), 4 Esel, 2 Ponys, 2 Pferde und 300 Legehennen und div. weiteres Geflügel, denen wir eine möglichst wesensgerechte Haltung ermöglichen.

Zusammen mit der Kulturland-Genossenschaft konnten wir 5,77 Hektar neue Flächen sichern - in einer Gegend, die nicht nur durch extreme Bodenpreise, sondern auch durch extreme Massentierhaltung mit entprechenden Umweltbelastungen gekennzeichnet ist. Mit Deiner Unterstützung können wir mit dieser “Oase in der Wüste” auch in dieser Region ein Zeichen des Wandels zu setzen. Werde Mitglied der Kulturland-Genossenschaft und hilf mit, den Landkauf zu finanzieren.

Über die Arche-Wilhelminenhof, Demeter-Landwirtschaft, Solawi und Arche-Hof

Die Arche-Wilhelminenhof liegt im Ortsteil Büschel von Bakum in der norddeutschen Tiefebene am südlichen Rand der Cloppenburger Geest. 1995 haben wir, Michael und Angelika Balz, den elterlichen Hof von Angelika übernommen und zuerst im Nebenerwerb geführt. Wir sind beide gelernte Gärtner, Michael ist Gärtnermeister für Obstbau. Mit zwei Hektar Kernobst (Birnen und Äpfeln) und Heidelbeeren haben wir eine Direktvermarktung begonnen, die sehr gut anlief, so dass ein kleiner Hofladen und erste Kühlräume entstanden. Nach und nach kam weiteres Obst auf Pachtflächen hinzu und von einem Freund konnten wir den Muckerhof mit 6 Hektar Land kaufen, auf dem wir eine Kühlung zur Lagerung von 400 Tonnen Kernobst bauten. Seit 2010 führen wir den Hof im Vollerwerb und widmen uns neben dem Obstanbau der Zucht alter Nutztierrassen und experimentieren mit tierbasierten Agroforstsystemen. 2017 sind wir dem Demeter-Verband beigetreten und haben damit auch offiziell auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. Im gleichen Jahr ist unsere Solawi gegründet worden, die neben dem Hofladen und dem Schulprogramm den Hof finanziert.

Mit unserem Sohn Jürgen ist bereits die vierte Generation auf dem Hof aktiv, die fünfte Generation steht mit seinem Sohn Anton (2 Monate) bereits in den Startlöchern.

Auf unserem Hof haben wir regelmäßig Schulklassen und Kindergartengruppen zu Besuch. Wir bilden Gärtner*innen in der Fachrichtung Obstbau aus, veranstalten regelmäßig Hofführungen, Obstbaum-Schnittkurse und Spinnkurse. Einmal im Jahr findet das Solawi-Hoffest statt. Auf unserer Website kannst Du dich für den Hof-Newsletter anmelden, außerdem findest du dort weitere Informationen über unsere Produkte, Veranstaltungen und die Solidarische Landwirtschaft.
 

Die Flächen

In der Karte sind die Flächen, die wir zusammen mit der Kulturland-Genossenschaft gekauft haben, gelb markiert.

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Was uns in der Region Oldenburger Münsterland anspornt, Landwirtschaft zu betreiben

Der wirtschaftliche Erfolg? Dann sollten wir besser heute als morgen aufhören, wir haben keine Biogasanlage, keine 5000 Schweine oder 1000 Rinder oder 100.000 Hühner, wir kommen bei weitem nicht an die Erntemengen unserer konventionellen Kolleg*innen ran und können uns weder das neueste Modell an Traktor leisten, noch unsere Gewinne in lukrative Immobilien parken. Der wirtschaftliche Erfolg gibt den anderen Recht!

Bei uns steht Unkraut auf dem Acker und unsere Kohlköpfe sind nur halb so groß, weil wir nur den organischen Dünger unserer wenigen Tiere zur Verfügung haben. Da moderne Maschinen in der Landwirtschaft nur auf hohe Schlagkraft und für große Flächen konzipiert sind, wir aber sehr vielfältig und kleinparzellig anbauen, pflanzen wir unser Gemüse oft noch von Hand,... in dreckige Erde, wir machen uns richtig schmutzig dabei. Haben wir in dieser modernen, designten Welt eigentlich noch eine Existenzberechtigung? Oder darf man wirtschaftlichen Erfolg doch auch mit ethischen Ansätzen hinterfragen?

Welchen Auftrag hat Landwirtschaft heutzutage eigentlich? Doch nach wie vor den, die Bevölkerung bestmöglich mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen! Aber was bedeutet 'bestmöglich' und was bedeutet 'qualitativ hochwertig'?

Kann ein Stück Fleisch hochwertig sein, wenn das Tier, von dem es stammt, nie Sonne und Regen gespürt hat? Kann Milch hochwertig sein, wenn die Kuh nicht anders kann, als viel Milch zu geben, aber ihr Kälbchen nie gesehen hat? Kann ein großer Blumenkohl hochwertig sein, wenn er mit so großen Mengen Dünger erzeugt wurde, dass das lebenswichtige Grundwasser unter den Äckern so nitratbelastet ist, dass es als Trinkwasser nicht mehr taugt? Hat ein schöner, 'glattgepimpter', aber an Inhaltsstoffen armer Apfel mehr Qualität oder der aufgrund seiner Schorfflecken mit vielen sekundären Pflanzenstoffen? Und ist die Zucht weniger Hochleistungstierrassen und Pflanzenarten nachhaltiger, als der Erhalt der Artenvielfalt, also der Schöpfung?

Regionale und saisonale Versorgung der Solawi und traditionelle Landwirtschaft

Wir auf dem Wilhelminenhof haben uns vorgenommen (auch nach einigen Irrungen und Wirrungen), Lebensmittel nach bestem Wissen und Gewissen zu erzeugen und nicht nach den Bedürfnissen des Marktes. Unsere Erzeugnisse sind regional, sie werden an die Mitglieder unserer Solidarischen Landwirtschaft abgegeben. Sie sind saisonal, was bedeutet, dass sie gedeihen können, wenn die Wachstumsbedingungen im Jahr für sie am günstigsten sind.

Und sie sind nachhaltig, denn sie erzeugen nur wenige sogenannte externalisierte Kosten: Wir erzeugen für unsere Tiere eigene Futtermittel, es steht kein Soja aus Brasilien und Palmfett aus Malaysia auf dem Speiseplan, sondern die Ackerbohne von hier. Es werden keine energieverschlingenden synthetischen Stickstoffdünger oder uranbelastete Phosphate (Peak Phosphor in 2030?) aus Marokko, sondern der z.T. kompostierte Dung unserer Tiere als Düngemittel verwendet. Wir verzichten zugunsten der Kälber auf eine große Milchausbeute, verkaufen unsere Kälber auch nicht in eine ungewisse Zukunft, sondern behalten sie bis zu drei Jahren auf dem Hof. In Teilen ist das die Wirtschaftsweise unserer Großeltern, die in Kreisläufen dachten. Daher nennen wir unsere Wirtschaftsweise auch traditionelle Landwirtschaft.

Aber auch bei uns wurde in der Vergangenheit zu viel Porzellan zerschlagen, es wurde zu viel altes Wissen verleugnet und geriet somit in Vergessenheit. Dieses Potential an Wissen, an Weisheit versuchen wir nun wieder ans Tageslicht zu befördern und dazu benötigen wir Hilfe. Hilfe in der Umsetzung neuer, alter Kreisläufe, die Licht, Luft, Wasser und Boden, wie auch Pflanze, Tier und Mensch berücksichtigen und so hochwertige Lebensmittel – Mittel zum Leben – für alle hervorbringen. Wenn wir dabei den Flächenverbrauch mit der Anzahl der versorgten Haushalte vergleichen, können wir sogar behaupten, dass Ökolandbau die Welt durchaus ernähren kann! Helft uns also dabei, Kulturland zu erhalten und wiederzugewinnen, denn wenn wir es zulassen, dass immer noch mehr Boden agrarindustriell verzockt wird, dann werden auch wir hier im sogenannten reichen Norden der Erdkugel bald nicht mehr satt. Darüber nachdenken, dass wir von hier aus die Welt ernähren wollen, brauchen wir dann schon gar nicht mehr.

Das treibt uns an! Oft ist es schwer, aber wir haben immer wieder die hoffnungsvolle Erfahrung gemacht, dass die dreckige Erde, unsere Mutter Erde uns letzten Endes nie in Stich gelassen hat!

Und mit dieser Erfahrung im Gepäck haben wir den schönsten Beruf, den man sich vorstellen kann!

Worum es geht

Seit Ausbruch der Weltfinanzkrise 2008 fließt immer mehr Spekulationsgeld von außerlandwirtschaftlichen Investoren in Äcker, Grünland und Wald als sicheren Hafen für ihre Geldanlage. Als Folge haben sich die landwirtschaftlichen Bodenpreise in Deutschland alleine in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt. 

Heutige Hofübernahmen sind so häufig mit jahrzehntelanger Verschuldung verbunden oder finanziell untragbar. Obwohl Nachwuchs an motivierten, kompetenten Menschen in der Landwirtschaft vorhanden wäre, verfügen diese nicht über das notwendige Kapital, um Höfe und Land zu übernehmen. Bestehende Höfe stehen in einem unaufhörlichen finanziellen Überlebenskampf. Die Folge davon ist, dass immer weniger Menschen mit immer größeren Maschinen immer größere Flächen bewirtschaften. Soziale und ökologische Gedanken finden in dieser Art der Landwirtschaft keinen Platz. 

Wenn Bäuerinnen und Bauern sich selbst, ihre Tiere und Pflanzen und den Boden ausbeuten müssen, dann zahlen wir alle den Preis dafür, denn Landwirtschaft ist Gemeingut. Unser aller Gesundheit, individuell und als Gesellschaft, hängt daran, dass wir heute und für Generationen eine gesunde, vielfältige und handwerkliche Landwirtschaft betreiben. 

Um der Spekulation mit landwirtschaftlichem Land Einhalt zu gebieten, wurde die Kulturland-Genossenschaft ins Leben gerufen. Über die Kulturland eG können Kund*innen, Bürger*innen und Freunde gemeinschaftlich Eigentümer*innen von Boden werden. Dieser Boden wird so dem Spekulationsmarkt entzogen und langfristig an ökologisch wirtschaftende und regional eingebundene Betriebe verpachtet.

2000 Quadratmeter für eine gesunde Ernährung

Für eine gesunde und ausgewogene Ernährung braucht jeder von uns 2.000 qm Landwirtschaftsfläche. Wäre es nicht schön zu wissen, was dort passiert, wer das Land bewirtschaftet, wie damit umgegangen wird?

Die Kulturland-Genossenschaft ermöglicht es Dir, für Deine 2000 Quadratmeter – oder weniger, oder mehr – reale Verantwortung zu übernehmen. Ein Genossenschaftsanteil kostet 500 Euro und sichert so 500 qm langfristig für die Initiative proWAL. Um “Deine” 2000 Quadratmeter zu sichern müsstest du 4 Anteile erwerben. Aber gern auch mehr: für Deine Kinder, Eltern, Freunde...

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Über die Kulturland Genossenschaft

Die Kulturland eG ist eine Gemeinschaft von Bäuerinnen und Bauern und Bürgerinnen und Bürgern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, landwirtschaftliches Land aus der Spekulation zu befreien. Mit dem Geld aller Genossinnen und Genossen erwirbt die Kulturland eG landwirtschaftliche Flächen, um sie im Sinne einer modernen „Allmende“ langfristig zu sichern und zu günstigen Konditionen an Höfe, die ökologisch wirtschaften und sich darüber hinaus sozial öffnen und bewusst in ihre Region einbinden, zu verpachten.

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Kontakt

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